Rhabarber düngen: So versorgst du ihn richtig für eine reiche Ernte
Rhabarber gehört zu den pflegeleichtesten Gemüsepflanzen im Garten. Einmal gepflanzt wächst er jahrelang zuverlässig, braucht kaum Aufmerksamkeit und liefert Jahr für Jahr eine reiche Ernte. Aber damit er sein volles Potenzial entfaltet, braucht er die richtige Nährstoffversorgung zum richtigen Zeitpunkt.
Was Rhabarber beim Düngen braucht
Rhabarber ist eine mehrjährige Staude die jedes Jahr aus demselben Wurzelstock austreibt. Das bedeutet: Die Wurzelkrone braucht regelmäßige Nährstoffversorgung damit sie im nächsten Jahr kräftig austreibt.
Stickstoff fördert das kräftige Blattwachstum und die Entwicklung der Blattstiele. Im Frühjahr der wichtigste Nährstoff für Rhabarber.
Kalium ist entscheidend für die Qualität der Stangen, die Aromatik und die Winterhärte der Wurzelkrone. Eine gute Kaliumversorgung nach der Ernte legt die Grundlage für die nächste Saison.
Phosphor unterstützt die Wurzelentwicklung. Besonders wichtig bei jungen oder frisch gepflanzten Exemplaren.
Wann Rhabarber düngen: der Jahreskalender
Im Frühjahr beim Austrieb (März/April)
Das ist der wichtigste Düngezeitpunkt. Wenn die ersten Triebe erscheinen, braucht Rhabarber Stickstoff und Phosphor für kräftiges Wachstum. Eine großzügige Kompostgabe rund um die Pflanze einarbeiten — ohne die Krone direkt zu berühren.
Nach der Ernte (Juni/Juli)
Nach der letzten Ernte im Juni ist der zweite wichtige Zeitpunkt. Jetzt speichert die Pflanze Nährstoffe in der Wurzelkrone für das nächste Jahr. Eine Kaliumgabe zu diesem Zeitpunkt ist besonders wertvoll.
Im Herbst (September/Oktober)
Optional aber sinnvoll: eine leichte Kaliumgabe vor dem Winter stärkt die Wurzelkrone und verbessert die Frostresistenz.
Nicht düngen während der Ernte
Wer während der Erntephase düngt, riskiert zu schnelles, weiches Wachstum. Erst nach der letzten Ernte.
Natürliche Methoden für Rhabarber
Kompost
Die beste Grundlage für Rhabarber. Im Frühjahr eine großzügige Schicht gut verrotteten Kompost rund um die Pflanze einarbeiten — nicht direkt auf die Krone, die kann dadurch faulen. Kompost liefert ein breites Nährstoffspektrum und verbessert die Bodenstruktur.
Brennnesseljauche
Stickstoffreich und ideal für die Wachstumsphase im Frühjahr. 1:10 verdünnt alle 2 Wochen bis zur Ernte gießen.
Mulch
Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hält Feuchtigkeit und liefert beim Verrotten langsam Nährstoffe. Rhabarber hat einen hohen Wasserbedarf, besonders in Trockenperioden.
Warum Kalium nach der Ernte so wichtig ist
Nach der letzten Ernte beginnt für Rhabarber die wichtigste Phase des Jahres. Die Pflanze zieht alle Energie in die Wurzelkrone zurück und speichert Nährstoffe für den nächsten Austrieb. Was jetzt in der Wurzelkrone eingelagert wird, bestimmt wie kräftig die Stangen im nächsten Jahr werden.
Kalium spielt dabei eine zentrale Rolle: Es unterstützt den Transport und die Einlagerung von Nährstoffen in die Wurzelkrone, stärkt die Zellwände für bessere Frostresistenz und fördert das Aroma der Stangen.
50 bis 80 Gramm Kartoffelschalenmehl pro Pflanze als Topdressing nach der Ernte einarbeiten und gut wässern. Das ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen für eine reiche Ernte im nächsten Jahr.
Rhabarber richtig ernten: Was die Pflanze stark hält
Die Ernteweise hat direkten Einfluss auf die Vitalität der Pflanze:
Immer drehen statt schneiden: Stangen nicht mit dem Messer abschneiden sondern mit einer Drehbewegung herausziehen. Das schließt die Wunde besser und verhindert Fäulnis.
Nie mehr als die Hälfte ernten: Mindestens die Hälfte der Stangen an der Pflanze lassen damit sie weiter Photosynthese betreiben kann. Wer zu viel erntet, schwächt die Wurzelkrone dauerhaft.
Ernteschluss im Juni: Ab Ende Juni keine Stangen mehr ernten. Die Pflanze braucht Zeit um Nährstoffe einzulagern.
Blütenstände sofort entfernen: Wenn Rhabarber blüht, fließt viel Energie in die Blüte statt in die Stangen. Blütenstände sofort abschneiden sobald sie erscheinen.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich Rhabarber düngen?
Zweimal jährlich reicht: einmal im Frühjahr beim Austrieb mit Kompost und einmal nach der Ernte mit Kalium. Mehr ist nicht nötig.
Warum werden meine Rhabarberstangen dünn?
Meist zu wenig Nährstoffe in der Wurzelkrone oder zu starke Ernte im Vorjahr. Im Frühjahr großzügig mit Kompost versorgen und die Ernte auf maximal die Hälfte der Stangen begrenzen.
Kann ich Rhabarber mit Kaffeesatz düngen?
Ja, als Ergänzung. Kaffeesatz liefert etwas Stickstoff und macht den Boden leicht saurer – beides verträgt Rhabarber gut. So geht’s: Kaffeesatz erst trocknen lassen, damit er nicht schimmelt, dann im Frühjahr beim Austrieb (März/April) eine bis zwei Handvoll pro Pflanze dünn rund um die Pflanze streuen und leicht einarbeiten, ohne die Krone zu berühren. Als alleinige Nährstoffquelle reicht Kaffeesatz aber nicht: Er ersetzt weder den Kompost im Frühjahr noch die Kaliumgabe nach der Ernte. Nach Ende Juni solltest du keinen Kaffeesatz mehr geben, weil der Stickstoff dann weiches Wachstum statt Reserven für das nächste Jahr fördert.
Wann teile ich Rhabarber?
Alle 5 bis 8 Jahre wenn die Pflanze zu groß wird oder die Stangen dünner werden. Im Frühjahr oder Herbst teilen, sofort wieder einpflanzen und gut wässern.
Fazit
Rhabarber ist eine dankbare Pflanze die mit wenig Aufwand jahrelang reichlich ernten lässt. Der Schlüssel liegt im richtigen Timing: Kompost im Frühjahr für kräftiges Wachstum, Kalium nach der Ernte für eine starke Wurzelkrone im nächsten Jahr. Wer das beachtet und die Ernte nicht übertreibt, hat jahrzehntelang Freude an seiner Rhabarberpflanze.
